Spuren im Sand verwischen sich, wenn das Meer sie überflutet. Spuren im Moor verhärten bei Trockenheit oder füllen sich mit Wasser bei Regen. Spuren in der Gartenerde werden von Pflanzen überwuchert. Spuren im Waldboden füllen sich auf mit dem Humus der fallenden Nadeln. Die Spuren waren da, doch das Leben und die Vergänglichkeit haben sie verändert. Wie wird es mit meinen Spuren einmal sein?

Ich hinterlasse sicher verschiedene Spuren, wie lange werden sie sichtbar oder spürbar bleiben?

Kreative Kinder sind auch Spuren und Hinterlassenschaften. Der eine lebt in seinen Bildern weiter, der andere in seinen Geschichten und Erzählungen, die Musik läßt manchen sogar unsterblich werden. Solange du Kinder hast, bist du in ihnen noch hörbar oder in Gesten sichtbar. Doch was ist dann? Generationen von Spuren sind verlorengegangen. Oder vielleicht doch nicht? Archäologen graben die Spuren von vergangenen Kulturen wieder aus, lassen sie zu meiner Information wieder aufleben. So kann ich mir ein Bild machen von dem versunkenen Atlantis. Auf diese Art und Weise stelle ich mir vor, daß eine Ahnung von mir entsteht, wenn ein ferner Archäologe meine Spuren einmal ausgräbt. Was wird er dann dabei empfinden, wenn er sie betrachtet? Könnte ich zufrieden sein mit den Gedanken, die er sich über meine Lebensspuren machen wird?

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